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Der erste Teil dieses „naturwissenschaftlichen Überblickes” ist einer fleissigen Untersuchung der Entwickelung des Liebeslebens im Tierreiche gewidmet. — Der Verfasser gelangt hiebei zu folgenden grundlegenden Ergebnissen:
„Geschlechts- und Fortpflanzungstrieb äussern sich in drei scharf zu unterscheidenden Teilen, erstens in der Erregung oder Spannung, zweitens in dem nur äusserst kurzen Höhepunkt, dem Orgasmus, und drittens in der Entspannung, der abklingenden Erregung mit ihren Ausstrahlungen.
Andererseits finden wir zwei grundlegende Geschlechtsunterschiede. Die männliche, bewegliche Geschlechtszelle ist wie der Geschlechtstrieb suchend, erregend, aktiv; das weibliche Ei dagegen wie der Fortpflanzungstrieb passiv, empfangend, sehnend.
Beide Triebe sind entgegengesetzt gerichtet, der Geschlechtstrieb vereinigend, verschmelzend, der Fortpflanzungstrieb trennend, teilend.
Männchen und Weibchen sind ungefähr gleich sinnlich und gleichwertig.”
„Wir finden dieselben Grundlagen für den Geschlechts- und Fortpflanzungstrieb im Tierreiche wie bei den Menschen.” Auch bei den Menschen gibt der Mann die Anregung zum geschlechtlichen Verkehr, wirbt um das Weibchen und sucht dessen Sprödigkeit zu überwinden. Er ist das erregende, treibende Moment. Das Weib bleibt auch hier die Passive, Widerstrebende, die durch ihre Zurückhaltung reizt und überwunden werden will, um damit die männliche Aktivität zu erhöhen. Umkehrungen dieses Verhältnisses, die oft genug zu dem „Kampf um den Mann” führen, sind die Folgen unserer sozialen Übelstände.
Auch zu der vielumstrittenen Frage, ob das Weib sinnlich kälter sei als der Mann, sucht der Verfasser Stellung zu nehmen: „Da das Weib von Natur aus passiv veranlagt ist, erscheint es oft geschlechtlich kalt. Während der allgemeinere, unbestimmtere Fortpflanzungstrieb früh auftritt, muss der Geschlechtstrieb erst geweckt werden. Letzterer ist weniger spontan und bedarf längerer, häufigerer und stärkerer Anregung, um zum Orgasmus zu gelangen als beim Mann