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Man könnte fast bedauern, dass die vorzügliche Broschüre nur in russischer Sprache erschienen ist. Sie enthält nämlich eine so ausgezeichnete Zusammenfassung aller für die Onanie bedeutsamen Faktoren, so nachdrückliche Hinweise auf die irrtümlichen und darum so gefährlichen Ansichten über dieselbe, eine so richtige Darstellung ihrer somatischen und psychischen Begleitumstände, dass wir dem Autor für seine Volksschrift herzlich danken müssen. Er wendet sich mit Recht gegen „die Skorpionen der billigen Marktmedizin”, welche zur Verbreitung ungenauer Anschauungen über die Schäden der Masturbation das meiste beitragen. Er malt die Wirkung, die diese Schreckgespenster auf den ohnehin in seiner Seelenruhe zerrütteten Onanisten ausüben. Er vergleicht die Onanie mit den anderen schlechten Gewohnheiten der Kinder (Nägelbeissen etc.), welche ihre Wurzeln in der autoerotischen Betätigung haben und erklärt die Persistenz der Masturbation damit, dass sie als Manipulation an den Genitalien selbst die verlockendste und angenehmste Lustquelle ist.
Auch zur Therapie äussert sich der Autor sehr zuversichtlich. Erfreulicherweise räumt er neben der ganz besonders hervorgehobenen psychischen Behandlung den medikamentösen und mechanischen Bemühungen einen entsprechenden Platz ein.
Alles in allem eine populäre Schrift, die gewiss geeignet ist, denjenigen Trost zu bringen, die nach beruhigenden und dabei wahrhaften Aufklärungen verlangen und gleichzeitig ein gewinnendes Werbebüchlein für die Anschauungen der Psychoanalyse.
Dr. Bernhard Dattner.