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Einer Anregung Professor Putnam's folgend, eröffnen wir hiermit in unserem Blatte einen „Offenen Sprechsaal”. Derselbe steht allen Lesern zur Verfügung. In demselben kommen alle Anregungen zur Veröffentlichung, ferner Anfragen und Bemerkungen oder Erwiderungen, welche Arbeiten des Zentralblattes betreffen. Wir hoffen, dass unsere Leser von dieser Einrichtung fleissig Gebrauch machen werden und versprechen uns davon, einerseits eine Förderung verschiedener strittiger Probleme, andererseits einen gewissen Kontakt der Mitarbeiter und Leser.
Die Redaktion.
Eine Frage: „Wo findet sich in der Literatur die Ableitung des Satzes, dass — angeblich — reale Bewegungen während des Schlafes die Tendenz haben, das gleichzeitig Geträumte vergessen zu lassen?” Herbert Silberer.
Kurze Bemerkungen zu dem Abraham'schen Aufsatz über die psychoanalytische Erforschung der manisch-depressiven Zustände.
„Der Aufsatz von Abraham über die analytische Erforschung manisch-depressiver Zustände gibt mir Veranlassung zu folgenden Bemerkungen. Ich hatte schon bei der Besprechung des Stekel'schen Werkes „Die Sprache des Traumes” die Gelegenheit ergriffen, um auf eine missbräuchliche Gepflogenheit unter uns hinzuweisen, die darin besteht, kurze technische Ausdrücke, wie Homosexualität, Sadismus usw. verallgemeinernd auch für die leisen Andeutungen solcher Züge in der Breite des Gesunden zu verwenden. Solche Verallgemeinerung ist m. E. nach unrichtig und auch unpraktisch. Perversen Richtungen des Geschlechtstriebes haften unweigerlich im breiten Publikum die Begriffe des Lasterhaften an; warum es mit solchen grossen Worten erschrecken! Homosexualität ist doch auch kein berechtigter Ausdruck für all die Fülle unentschiedenen Liebessuchens im Kinde und in dem hierin oft noch Kind gebliebenen Erwachsenen. Es ist die unentschiedene Gefühlseinstellung, es ist die Vielseitigkeit in den Möglichkeiten der Lustbeziehungen, aber noch keine Homosexualität. Das Wort hat erst da Berechtigung und Sinn, wo eine einseit