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Julie G., das einzige Kind eines sehr stattlichen Ehepaares, gegenwärtig 7 Jahre alt, ein körperlich und geistig ungewöhnlich gut entwickeltes Mädchen, steht wegen einer Vulva-Vaginitis gonorrh., die es durch eine Nachlässigkeit erworben hat, in meiner Behandlung. Sie erkrankt an einer Angina, und als ich bei meiner ersten aus diesem Grunde vorgenommenen Untersuchung, der der Vater allein beiwohnt, auch das Genitale kontrollieren will, verlangt sie die Entfernung des Vaters, während sie mir gegenüber keinerlei Schamhaftigkeit verrät. — Am nächsten Tage berichtet mir die Mutter, die diesmal bei der Untersuchung, auch wieder allein, zugegen ist, zum Schlüsse mit der Einleitung etwa: „Julchen, ich muss es doch sagen —” unter dem Proteste und heftigem Erröten des Kindes zögernd ungefähr folgendes: Julie hat seit etwa einer Woche täglich, wenn es abends dunkel wird, sonderbare Angstzustände. Die Mutter, die ein Geschäft leitet, kehrt gewöhnlich gegen 8 Uhr heim; aber schon um 6 Uhr beginnt das Kind zu weinen und äussert die Befürchtung, die Mutter werde nicht heimkommen, sondern verunglücken, von der Elektrischen oder einem Wagen überfahren werden, und lässt sich dann kaum beruhigen. Erst wenn die Mutter da ist, gibt sich das Mädchen zufrieden. — Ich wünsche die Mutter allein zu sprechen und sage ihr, da ich nur wenig Zeit habe, ohne weitere Erläuterung, ich vermute, das Kind sei auf sie eifersüchtig. Sehr erstaunt bestätigt das die Mutter und erzählt, schon längere Zeit habe sie mit ihrem Gatten vereinbart, sie nicht mehr in Gegenwart Juliens zu küssen, da das Kind sich darüber jedesmal geärgert habe; ja, nicht einmal Blumen dürfe ihr der Mann bringen: das sonst gutartige Kind erbose sich darüber und verlange die Blumen für sich. — Auch herabzusetzen sucht die Kleine ihre „Nebenbuhlerin”. Vor kurzem sagte sie zum Vater etwa so: „Die Mutter hat mich ja lieber als dich. Wenn du auch mit ihr öfters leise sprichst, was ich nicht hören soll, sie hat dich doch nicht so lieb w