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Stekel hat in seiner „Sprache des Traumes” bewiesen, dass Geld nach der symbolischen Gleichung nicht nur Stuhl, sondern auch Samen bedeutet. Ich bin in der Lage, diese Gleichung aus einer Beobachtung an einem achtjährigen Knaben zu bestätigen. Dieser Knabe erhielt im Garten seiner Eltern ein kleines Gärtlein zugeteilt, das er nach seinem Belieben verwenden durfte. Er hörte aus dem Gespräche seiner Eltern, dass ihnen ein Grundstück viel „Geld” eintrage. Da all sein Sinnen und Trachten sich auf das Gärtlein bezog, so wollte er auch aus seinem Besitze viel Geld herauszuschlagen. Gerade um diese Zeit hatte er den Gärtner um Samen gebeten. Der Gärtner machte sich den Spass und sagte: „Nimm einige Pfennige! Geld ist der beste Talersame!” Nun eilte der Knabe täglich in den Garten, um nachzusehen, ob sein Geld noch nicht herausgekommen sei. Täglich erzählte er seiner Mutter voller Ungeduld, das Geld sei noch nicht herausgekommen. Die Eltern machten sich nun den Spass und streuten einige Pfennige auf das Gärtlein des Kindes. Als der Junge das Geld erblickte, schrie er vor Freude laut auf. — Einige Tage nachher kommt er mit einem glühenden Kopf zu seiner Mutter gerannt: „Mama, jetzt weiss ich auch, woher die Kinder kommen. Die wachsen auch in meinem Garten.” Der Kleine gab der Mutter keine Ruhe, sie musste mit ihm in den Garten eilen. Dorten wies der grosse Entdecker auf ein frisch in Spiralen aufwachsendes Farrenkraut hin und schrie erregt: „Und da drinnen sitzt der Kopf! Siehst du ihn nicht, Mama? Ich sehe ihn ganz deutlich!”
Diese schöne Beobachtung zeigt uns, wie die kindliche Psyche alle Eindrücke der Natur zum Aufbau der „Infantilen Sexualtheorien” verwendet.