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Die Arbeit Prof. Freud's umfasst auf nicht ganz acht Seiten zusammengedrängt die gesamte Entwickelung der seelischen Beziehungen des Menschen zur Aussenwelt. Es wird nicht nur die sukzessive Ablösung des primären Lust- durch das sekundäre Realitätsprinzip dargestellt, es werden auch alle jene Veränderungen des psychischen Apparates klargelegt, welche ihn zu den daraus erwachsenden neuen Anforderungen befähigen.
Freud selbst bezeichnet in dem Schlusswort seine Arbeit als eine „mehr vorbereitende als ausführende”, und tatsächlich ist in eine so enge Form ein derart ungeheueres Gedankenmaterial zusammengepresst, dass, ohne im geringsten weitschweifig zu werden, ein stattlicher Band hätte gefüllt werden können.
Fast jeder Satz fordert zu erweiterndem Gedankenausbaue auf, beinahe jedes Beiwort ist so gewählt, dass es das Anfangsglied einer weitführenden logischen Assoziationsreihe zu bilden vermag, kurz, die ganze Arbeit erweckt durch den Kontrast zwischen der bescheidenen Form und dem kaum zu übersehenden grossen Inhalt den Eindruck, als ob man einem gedanklichen Explosivkörper gegenüberstünde, in dessen kleinem Räume so kolossale Kräfte gebunden sind, dass sie befreit die weitesten Gebiete zu überfluten imstande sind.
Die Leser werden nach dieser allgemeinen Charakterisierung der Freud'schen Arbeit begreifen, dass der Versuch eines Detailreferates auf beinahe unbesiegbare Schwierigkeiten stösst. Eine viele Hunderte von Seiten umfassende Ausarbeitung wäre viel leichter zu liefern als ein Auszug aus einem ohnehin bis zur äussersten Möglichkeit eingeengten Extrakt. Ohne Hoffnung, der Originalarbeit inhaltlich gerecht werden zu können, sei der Versuch trotzdem gewagt.
Die unbewussten seelischen Vorgänge sind die primären; sie sind die Überreste aus einer Entwickelungsphase, in welcher sie die einzige Art von seelischer Tätigkeit waren, deren Tendenz ausschliesslich dahin ging, Lust zu gewinnen, allen Ereignissen der Aussenwelt, falls sie Unlust zu erzeugen drohten, durch Verdr