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Es ist erstaunlich, wie nahe oft Psychologen dem wahren Sinn des Traumes kommen, die sich gegen eine Deutung, die es nur „mit ein bischen anderen Worten” sagte, wahrscheinlich wehren würden. Professor Mayer untersucht die Beziehungen von Traum und Dichten. Es klingt fast psychoanalytisch, wenn er sagt, die Qual des Angsttraumes stamme nicht aus dem Traum, sondern aus dem Leben selber. Die Technik des Träumers sei dieselbe wie bei der Erinnerung, wobei „ein Bestandteil des Erinnerungsgebildes die andern auslöst und zu einem vollständigen Erlebnis ergänzt”. Das wache Leben ist ein Leben der Zucht, ein ständiges Regulieren unserer natürlichen Neigungen durch den Kanon der Vernunft und der Moral. Der Künstler aber braucht die Freiheit des Phantasierens. Ebenso der Träumer. Der Träumende ist gänzlich unschuldig an jedem moralischen Delikt und „die keusche Susanna sinkt straflos hinab zu den Gepflogenheiten von Loths verbuhlten Töchtern”. Wie in der Welt des Stoffes das Kausalverhältnis, so in der Welt dieser geistigen Erscheinungen die Teleologie, das Streben. Prof. Mayer scheidet im Mechanismus des Traumes ein Selbstbewusstes, das eigentliche Ich, und ein mit Phantasie begabtes Unbewusstes. Diese Unterscheidung scheint ihm deshalb von Wichtigkeit, weil bei der mechanistischen Erklärung