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Wohl keine der vielen symbolischen Verkleidungen, mit denen das Unbewusste sein phantastisches Spiel treibt, stösst dem nüchternen Verstand so vor den Kopf, wie die Symbolik der Zahlen. Keine macht so sehr den Eindruck des völlig Willkürlichen, obwohl sie für den Träumer genau dieselbe Bedeutung und Überzeugungskraft besitzt wie andere Symbole, die als Allgemeingut der Menschheit der Einsicht leichter zugänglich sind.
Die Beispiele, die ich hier beschreiben will, sind in ungewöhnlichem Masse geeignet, die Berechtigung zu erweisen, Zahlen in einem tieferen Sinne zu deuten. Es gewährt einen klaren Einblick in eine weitverbreitete Spielerei und beweist, dass wir es mit Tatsachen und nicht mit willkürlichen Unterstellungen zu tun haben, wenn wir bei der Traumdeutungsarbeit auf Grund der Einfälle des Träumers allerhand rechnerische Kunststücke vorzunehmen haben. Die vorliegenden Beispiele sind überdies — mit Ausnahme meiner genau notierten Fragen — in all ihren Teilen ohne Einfluss des Arztes vom Kranken selbst gedeutet worden. Fall I ist überdies die stenographische Niederschrift während der Hypnose der Kranken, die gewohnt ist, kurz vor dem Wecken die Träume der Nacht und damit ihre Angstzustände abzureagieren. Sie hatte keinerlei Kenntnis davon, dass es sogenannte Zahlenträume gibt. Um so beweisender sind die Aufzeichnungen, die ich wörtlich und in absoluter Originaltreue, d. h. völlig ungeordnet und ungruppiert wiedergebe, in genau der Reihenfolge, wie die Einfälle hintereinander kamen. Später, nach dem Erwachen erzählte sie mir, dass sie als Kinder in diesen Zahlenphantasien geschwelgt hätten. Diese Scherze sind auf eine Stufe zu stellen mit den sogenannten Geheimsprachen der Schulkinder, der B-Sprache, der Erbsen-Sprache und ähnlicher, über ganz Deutschland verbreiteter Schülergepflogenheiten. Sie hätten, so berichtet sie, für jeden Buchstaben des Alphabetes die entsprechende Zahl auswendig gewusst (das weiss sie übrigens auch jetzt noch) und dann in Ziffern gesproc