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Einer meiner Patienten befand sich in einem deutlichen Konflikt zwischen Ablehnung der Freud'schen Lehren und deren Anerkennung. Er war einer jener sich überschlau dünkenden Menschen, welche immer mit überlegenem Lächeln die Gescheiteren sein und deshalb von vornherein die Möglichkeit nicht zugeben wollen, dass ein anderer mehr von ihrem inneren Seelenleben ergründen könnte, als sie ohnedies von sich selbst schon wüssten.
Nun häuften sich aber die Beweise für die Richtigkeit der psychoanalytischen Arbeitsmethode derart, dass mein Patient — allerdings unter beständiger Wahrung seines ungläubigen Standpunktes — denn doch seiner Hochachtung vor den geistvollen Konzeptionen Freud's Ausdruck verleihen musste. Aber bei aller Anerkennung der Genialität vertrat er doch noch immer die Meinung, die Dinge müssten doch nicht gar zu kompliziert erklärt werden, es könne alles viel einfacher zugehen. Zum Beweise für diese „einfachen” Erklärungsmöglichkeiten erzählte er mir eines Tages triumphierend folgendes Versprechen.
Er habe soeben in einer Apotheke gegen seinen Stockschnupfen Forman-Watte kaufen wollen. Der Apotheker riet ihm aber, er solle es lieber mit einer Bormentholsalbe versuchen, von der bloss ein stecknadelkopfgrosses Teilchen in die Nasenöffnungen eingerieben werden dürfe.
„Also nur spinatkopfgross?”, fragte der Patient, indem er die kleine Salbentube misstrauisch betrachtete, „und das soll schon wirken?” „Nur stecknadelkopfgross”, korrigierte der Apotheker. „Nur spinatkopfgross?”, wiederholte kopfschüttelnd mein Patient und merkte erst durch das Gelächter der Umstehenden sein hartnäckig festgehaltenes Versprechen.
Schliesslich liess er sich doch die schon von ihm erprobte Forman-Watte geben, da er zu dem neuen Mittel kein rechtes Vertrauen hatte und beschloss auf dem Wege in meine Ordination, mir sofort dieses Versprechen zu erzählen, zum Beweise, wie „einfach” alles erklärt werden könne. Er habe nämlich gerade vorher in einer Restauration zu Mittag Spinat gegessen und