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Bleuler hebt zuerst die Verdienste Kraepelin's hervor, welchem man die Kenntnis der Krankheitsgruppe verdankt. „Ein wichtiger Teil des Versuches, die Pathologie weiter auszubauen, ist nichts als die Anwendung der Ideen Freud's auf die Dementia praecox.” (Ref. Züricher Schule, speziell Jung neben Bleuler.) Bleuler verwirft den so oft missverstandenen Namen Dementia praecox und schlägt Schizophrenie vor, weil die Spaltung der verschiedenen psychischen Funktionen eine ihrer wichtigsten Eigenschaften ist. Somit wird das Psychologische in der Betrachtung des klinischen Bildes in das Zentrum des Interesses gerückt. — Zuerst werden die Grundsymptome, Störungen der einfachen Funktionen behandelt (in den Assoziationen: Verlust des Zusammenhangs; Neigung zu Stereotypien, Sperrung. Affektivität: Gleichgültigkeit bis zur scheinbaren gemütlichen Verblödung, Defekt der Modulationsfähigkeit, Verlust der Einheitlichkeit der Affekte). Bei den Störungen der zusammengesetzten Funktionen ist namentlich das Verhältnis zur Wirklichkeit gestört, das Binnenleben erhält ein krankhaftes Übergewicht (Autismus), dann die sogenannte Demenz. „Der Schizophrene ist nicht blödsinnig schlechthin, sondern er ist blödsinnig in bezug auf gewisse Zeiten, Konstellationen, gewisse Komplexe.” Die intellektuelle Leistung wechselt mit den Komplexen.
Das 2. Kapitel enthält die akzessorischen Symptome (Sinnestäuschungen, Wahnideen, Gedächtnisstörungen, Alterationen der Persönlichkeit etc.), die körperlichen Symptome, die katatonen Symptome und die akuten Syndrome, welche sehr sorgfältig und systematisch behandelt werden; in diesen 100 Seiten steht viel wertvolles psychoanalytisches Material! Bleuler vertritt (2. Abschnitt) seine bekannte Einteilung der Schizophrenie in die 4 Gruppen: Paranoid, Katatonie, Hebephrenie und Schizophrenia simplex. Die Schizophrenie umfasst für ihn die Mehrzahl der bisher als funktionell bezeichneten Psychosen; „sie ist nicht vorläufig als Spezies einer Krankheit aufzufassen, sondern