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Jung und seine Schüler haben den Nachweis geliefert, dass die Phantasiebildungen Frühdementer in auffallender Weise mit den Kosmogenien alter Völker zusammenstimmen, von denen die ungebildeten Kranken gar keine Kunde haben konnten. Ähnlichen Analogien begegnen wir in den Märchen und Mythen. Sie zeigen uns eine Symbolik, die wir aus den Träumen und Symptomen der Neurotiker kennen. Ein alter Satz bestätigt sich aufs neue: „Die Geschichte des Menschen ist eine Miniaturausgabe der Geschichte der Menschheit.” Es ist das bekannte biogenetische Grundgesetz Haeckel's. Freud kam nun auf die Idee, das Geschlechtsleben jener Völkerstämme einer vergleichenden Untersuchung zu unterziehen, die von den Ethnographen als die zurückgebliebensten, armseligsten Wilden beschrieben werden, nämlich der Ureinwohner Australiens. Seine Untersuchungen sind noch nicht beendet, aber die erste Probe seiner Ergebnisse liegt schon vor uns. Sie nennt sich: „Über einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker. 1. Die Inzestscheu” und ist in der vornehm ausgestatteten und sehr reichhaltigen neuen Zeitschrift „Imago” erschienen, die Hugo Heller in Wien verlegt und welche die Anwendung der von Freud begründeten Methode der Seelenerforschung (Psychoanalyse) auf die Geisteswissenschaften propagiert.