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Storfer würdigt einleitend die Verdienste Freud's, welchen auch die Anregung zu der neuen, psychologisierenden Art, das Märchen zu betrachten, zuzuzählen ist. Der Verfasser belegt die These, dass die verkappte Realisierung eines Wunsches der wesentliche Inhalt der Märchen sei, durch die Analyse zweier einander verwandter Märchentypen. Er erzählt erst ein offenes erotisches Märchen und zeigt, wie sich die Zensur in andersartigen Wendungen desselben Stoffes bemerkbar macht. Ein besonderer Typus des Märchens ist jener, in welchem ein Rätsel im Mittelpunkt steht. Storfer weist darauf hin, dass die Psychoanalyse die treibenden Momente des Examenstraumes aufgedeckt hat. Indem er die Verbindung dieses Einzeltraumes zum Kollektivpsychischen schlägt, kommt er zu folgendem aufschlussreichem Resultate: „Der Mythus oder das Märchen, dessen Held Rätsel zu lösen hat, ist der Examenstraum eines Volkes.” Auch bei anderen Beispielen vermag er den erotischen Hintergrund des Märchens aufzudecken. Storfers Artikel stellt eine interessante und wertvolle Bereicherung der Arbeiten von Rank, Ricklin und Abraham dar.
Dr. Theodor Reik.