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Vortrag, gehalten am 31. Januar 1911 in der Philosophischen Gesellschaft an der Universität zu Wien. Enthalten im 24. Jahresbericht (1911) der Philosophischen Gesellschaft an der Universität zu Wien. Leipzig 1912, J. A. Barth.
Der Autor beginnt mit einer logischen und psychologischen Untersuchung des Urteils, stellt den Unterschied von Ausdrucks- und Tendenzurteilen fest und leitet zunächst aus dem letzten die Lüge ab. Damit aus dem Tendenzurteil eine Lüge werden, muss ein anderes Urteil oder eine „Urteilsmöglichkeit” vorhanden sein, die dem Tendenzurteile widerspricht. Und dieses zweite Urteil muss mit dem sogenannten „Wahrheitsbewusstsein” ausgestattet sein. Beim Lügen sind neben dem ausgesprochenen Tendenzurteile andere Urteilsmöglichkeiten im Bewusstsein vorhanden. Die Wahrinhalte suchen bisweilen sprachmotorischen Ausdruck, drängen sich in die Rede, so dass wir uns infolgedessen versprechen: die Lüge besteht in einem