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E. T. A. Holtmann bemerkt in seiner auch sonst psychologisch interessanten novellistischen Erzählung (Reclam Nr. 5274): Rat Krespel (S. 107): „Nicht einen Augenblick zweifelte ich daran, dass Krespel wahnsinnig geworden sei, der Professor behauptete jedoch das Gegenteil. „Es gibt Menschen,” sprach er, „denen die Natur oder ein besonderes Verhängnis die Decke wegzog, unter der wir anderen unser tolles Wesen unbemerkbar treiben. Sie gleichen dünn gehäuteten Insekten, die im regen sichtbaren Muskelspiel missgestaltet erscheinen, ungeachret sich alles bald wieder in die gehörige Form fügt. Was bei uns Gedanke bleibt, wird dem Krespel alles zur Tat. — Den bitteren Hohn, wie der in das irdische Tun und Treiben eingeschachtete Geist ihn wohl oft bei der Hand hat, führt Krespel aus in tollen Gebärden und geschickten Hasensprüngen. Das ist aber sein Blitzableiter. Was aus der Erde steigt, gibt er wieder der Erde, aber das Göttliche weiss er zu bewahren; und so steht es mit seinem inneren Bewusstsein recht gut, glaub’ ich, unerachtet der scheinbaren, nach aussen herausspringenden Tollheit.”
(Rank.)
Ein kleines Gedicht von Frank-Wedekind, das ein autoerotisches Geständnis enthält, verdient weitere Verbreitung in psychoanalytischen Kreisen:
Eine mondbestrahlte blasse Hand
Wand sich nachts aus seinen Decken,
Dass, gelähmt in stummem starrem Schrecken,
Er nur mühsam sich hinweggewandt.
Jene blasse, mondbestrahlte Hand
Kehrte mauchmal wieder — und im Weichen
Schrieb sie sich in geisterhaften Zeichen