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Die nachfolgenden Ausführungen bildeten die Grundlage eines Vortrags, welchen ich vor kurzem in der Berliner Ortsgruppe der Psychoanalytischen Vereinigung gehalten habe. Mit Rücksicht darauf, dass bereits vom psychoanalytischen Standpunkt aus eine Erörterung über die Alkoholfrage im „Jahrbuch für psychoanalytische und psychopathologische Forschungen” in letzter Zeit stattgefunden hat, habe ich mich entschlossen, schon jetzt, wenn auch nur in gedrängter Kürze, meine Anschauungen mitzuteilen, indem ich mir vorbehalte, eine ausführliche und eingehende Begründung in umfassender Form zu geben. Ich bitte also, meine Mitteilungen nur als einen vorläufigen Beitrag zu der einmal eröffneten Diskussion über den allerdings ausserordentlich wichtigen Gegenstand entgegenzunehmen.
Man hatte sich bisher begnügt, bei Durchforschung der Motive, welche man als massgebend für den Genuss alkoholischer Getränke ins Auge fasste, nur die Aussagen des Oberbewusstseins der untersuchten Individuen in Betracht zu ziehen. Wie ja genugsam bekannt ist, stellte man eine bunte Reihe mannigfaltiger Beweggründe zusammen und behauptete, dass es sich lediglich um den einfachen Wunsch handle, alkoholische Getränke zu sich zu nehmen, und man hatte sich gewöhnt, kurzerhand von den „Ausreden” der Trinker zu sprechen. Wenn man die ganze Blütenlese der für das Trinken alkoholischer Getränke angegebenen Gründe übersieht, so wird man doch stutzig werden, wie verschiedene, ja diametral entgegengesetzte Anlässe genannt werden. Ist es zu warm, so wünscht man mit dem erfrischenden Getränk erquickende Kühle zu geniessen; gegen Kälte und rauhe Witterung nimmt man alkoholische Getränke zu sich, um sich leicht Wärme zuzuführen. Das Glück, welches man durch irgend eine Gelegenheit erfährt, soll eine Steigerung und Vermehrung erhalten beim Klange der Becher, die Stunde des Trübsinns und der Trauer will man mit Hilfe von Bacchus und Gambrinus verscheuchen und die schwerbeladene, schmerzbewegte Seele durch deren Wundergabe