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Ref. beabsichtigt nur einige Worte zum Kapitel: „Psychotherapie der Psychoneurose” zu sagen, welches der Berliner Neurologe im obigen
Kompendium geschrieben hat. Lewandowsky verlangt für die Psychoneurosen eine vorwiegend psychotherapeutische Behandlung und bekämpft sehr richtig den Unfug, welcher mit der Elektrotherapie und allerlei Suggestionsmitteln gemacht wird. Es ist bezeichnend für den Stand der Therapie unserer Zeit, dass solche Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, mit solchem Nachdruck gesagt werden müssen, wie Lewandowsky es richtig tut. Der Wert der Persönlichkeit des Arztes wird gebührend betont. Die Aufklärung der Kranken über die psychischen Ursachen wird von Lewandowsky mit grosser Vorsicht (meiner Erfahrung nach mit übertriebener Vorsicht) gemacht. Seite 275 nimmt Verf. Stellung zur Psychoanalyse Freuds. Ref. konstatiert zum wiederholten Male, dass die bekanntesten Vertreter der modernen Neurologie von Psychoanalyse sprechen, ohne sich bemüht zu haben, die Schriften der Psychoanalytischen Schule ernst gelesen zu haben. Lewandowsky, Herausgeber des modernsten und grössten deutschen Handbuches der Neurologie behauptet noch in 1912, dass nach Freud „die Quelle der Hysterie immer ein sexuelles Trauma ist”. „Die Trieblehre”, die Verdrängung sind ihm entgangen, sogar in der „Phobie des 5 jährigen Knaben”, welche er als Beispiel sexueller Schnüffelei wiederholt zitiert. Die theoretischen Anschauungen, welche in dieser Schrift angedeutet und anderswo ausführlich geschildert sind, hat Lewandowsky nicht aufgenommen, wohl aber sexuelle Daten aus der Krankengeschichte, welche zur Entwertung der ganzen Sache benutzt werden. Die psychoanalytische Schule vertritt schon lange Jahre nicht mehr die Anschauung, dass das Abreagieren „die Heilung der Hysterie” bewirke; so unvorsichtig hat sich übrigens Freud niemals ausgedrückt. (Schon in 1895 schreiben Freud und Breuer „Studien über Hysterie”: Natürlich heilen wir nicht die Hysterie, soweit sie Dispos