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Dieser Vortrag wurde am III. Kongress der Internationalen psychoanalytischen Vereinigung in Weimar gehalten. Er ist, wenn man auch einen anderen Standpunkt einnimmt, jedenfalls dadurch besonders fesselnd, weil er prinzipielle Fragen allgemeiner Natur aufnimmt und auf weitere Möglichkeiten der Entwickelung der Psychoanalyse ernst und eindringlich hinweist.
Putnam skizziert kurz die bisherige Technik der Psychoanalyse und betont, dass die biogenetische Denktendenz ihr bisher mehr oder minder wertvolle Dienste geleistet hat. Doch enthalte diese Methode, da sie die Entwickelung nur fragmentarisch beleuchten könne, grosse Fehler.
Putnam ist geistiger Monist. Er behauptet, dass nicht die physikalischen Vorgänge, sondern die geistigen als Mittelpunkt des Weltalls angesehen werden müssten. Doch seit Kant die Unmöglichkeit der Metaphysik als Wissenschaft nachgewiesen hat, kann jede solche Ansicht nur als Glaubenssache, als Symbolbildung, sogar als Kunstwerk gelten, von dem man nur verlangt, dass es innere Baustilgerechtigkeit aufweise. Es liesse sich ebensogut mit Fechner daran glauben, dass Psychisches und Physisches (z. B. im Individuum) nur zwei Seiten eines Wesens, gleichsam die Konkav- und Konvexseite einer Linse darstellten.
Putnam behauptet, dass die Psychoanalytiker, um ihre Aufgabe zu erfüllen, sich entschliessen müssten, sich zugunsten dieser oder jener Weltanschauung auszusprechen. Man kann die Notwendigkeit nicht einsehen. Wohl ist zuzugeben, dass mit bestimmten Grundansichten, wie z. B. der Determiniertheit des Psychischen, die Psychoanalyse steht und fällt. Doch diese Ansichten sind aus der Erfahrung genommen und werden durch sie verifiziert. Eine Nötigung für den Psychoanalytiker, sich einer metaphischen Theorie anzuschliessen, besteht schon deshalb nicht, weil die Psychoanalyse kein philosophisches System, sondern eine psychologische Methode ist. Es wäre möglich, dass ein Psychoanalytiker die Metaphysik gänzlich aus seinem Interessenkreise ausschliesst, ohne d