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Dr. Sachs versucht eine psychologische Analyse des ästhetischen Phänomens, das wir Naturgefühl nennen. Er nimmt zwei Beispiele als typische Äusserungen dieses Gefühles: das eine aus Homer, das andere aus Goethe. Er zeigt, wie verschieden die Einstellung der Antike und des modernen Lebens zur Natur ist. Das Naturgefühl des Altertums ist nicht weniger stark als das unsere, nur äussert es sich durch Personifikation der Objekte. Dieser Mechanismus ist für die Epoche des „Animismus” charakteristisch. Den Ausgangspunkt dieser ganzen Entwickelung erblickt Dr. Sachs scharfsinnig in der ursprünglich narzistischen Libido des Individuums. Die zweite Stufe, der Übergang von Narzissmus zur Objektliebe, gibt schon den „Urfall der Verdrängung”. Es entwickelt sich hier nämlich ein Kampf zwischen der Tendenz, zur alten Befriedigungsweise zurückzukehren, und der neuen Triebrichtung. Dieser neue Seelenzustand, dessen Spannung noch durch das Suchen nach einem Objekt vermehrt wird, fordert eine andere Entladungsweise.
In der Stellung des primitiven Menschen zur Natur zeigt sich dieser Umschwung: er sexualisiert alle Lustgefühle, die ihm die Natur anbot, indem er ihnen seine Libido beimischte, aus den unlustvollen Sensationen, deren sich hauptsächlich das Realitätsprinzip bemächtigt, wurde der Angstaffekt, und so konnten auch diese zur Abfuhr der sexuellen Spannung dienen. Die Hauptgrundlage der Personifikationstendenz, wie sie sich im Phänomen des Animismus äussert, ist eine affektive: „die Projektion des verdrängten Narzissmus auf die Aussenwelt, welche infolge der aus dem Verdrängungskampf resultierenden Spannung teils direkt, teils auf dem Umwege über die Angst libidinös besetzt worden war.”
Auf dieser Grundlage weiter bauend, gelangt der Autor zu einer klaren und tiefdringenden Erklärung des Animisms.
Auf den Unterschied antiker und moderner Einstellung zur Natur zurückkommend, fasst Dr. Sachs seine Untersuchungen dahin zusammen: Die Antike wertet das Objekt des Naturgefühls, die Moder