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Ohne Kenntnis der Freudschen Forschungen hat Klages durch die Kraft seines Denkens gleich seinem grossen Vorbild Nietzsche Tatsachen gefunden, die viele Funde bestätigen, welche die Psychoanalyse mühevoll ans Tageslicht schürfte. Mir ist diese Erscheinung nichts Wunderbares. Denken ist eine Art Auto-Psychoanalyse und Nietzsche ist für mich nie der grosse Philosoph gewesen. Mir war er immer der geniale sich selbst Erkennende. Auch Klages geht auf das „Sich selbst im Anderen Erkennen” als Wesen allen Erkennens aus. So erkennt er den Verbrecher aus sich heraus als den Menschen, dem die „abstrakten Gefühle” fehlen. Ein prädisponierter Verbrecher kann niemals ein echter Enthusiast sein, ihm fehlt selbst das „Ressentiment”, auf das Nietzsche so grossen Wert legt. Er leidet nicht an den Glücksmöglichkeiten anderer. Er neidet nur den Besitz, nicht die Möglichkeiten des Erlebens. Und er kennt die Liebe und das Gewissen nicht. Er hat kein Mitgefühl, weil er kein Liebesvermögen besitzt. Deshalb ist er kein dem Tiere Verwandter im Sinne Lombrosos. „Das Tier hat noch kein Gewissen, der Verbrecher hat es nicht mehr.” Der Autor unterscheidet scharf zwischen Liebe und Sexualität. Die Liebe bejaht, schenkt, opfert und entkräftet das Ichgefühl; der Geschlechtstrieb zielt auf den Besitz eines bestimmten Objektes und trennt seinen Träger von dem Rest der Welt. —