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In der Arbeit ist der Versuch unternommen, auf Grund von Beobachtungen aphasischer und agnostischer Störungen zu der in Bergsons Werk „Matière et mémoire” niedergelegten Lehre Stellung zu nehmen.
Nach Bergsons Wahrnehmungs- und Gedächtnistheorie ist das den Wiedererkennungsakt charakterisierende „Vertrautheitsgefühl” identisch mit dem Bewusstsein einer organisierten, motorischen Reaktion” und hat darum stets ein „Phänomen motorischer Art zur Grundlage”.
Die Bestätigung dieser Theorie, die aus Bergsons Gesamtauffassung des Lebendigen als eines Aktionszentrums erfliesst, wird auf empirischem Gebiete hauptsächlich in dem Vorhandensein motorischer Störungen bei Wiedererkennungserkrankungen mit Hirnläsionen — Seelenblindheit, Wortblindheit, Worttaubheit — zu suchen sein. Besteht die Bergson'sche Theorie zu Recht, so müssen jenen Störungen motorische Ausfälle zugrunde liegen. Nach einer umfangreichen Untersuchung, die in einem kurzen Auszuge nicht wiedergegeben werden kann, kommt der Autor zu dem Schlusse, dass es unmöglich ist, aus den mannigfachen Formen der Störungen des Wiedererkennens auf eine Beteiligung motorischer Vorgänge am Wiedererkennungsakt zu schliessen; aus der Bergson'schen Theorie ergibt sich daher für den Autor kein neuer Weg des Verständnisses, weder für den normalen Wiedererkennungsvorgang, noch für die aphasischen und agnostischen Störungen. Die Festigkeit des Bergson'schen Ideengebäudes selbst will aber der Autor damit nicht erschüttern, „weil dessen Fundierung ausserhalb aller normalen und pathologischen Wirklichkeit ankert”.
Gaston Rosenstein.