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J. J. Rousseau als Psychoanalytiker. In den „Rêveries du Promeneuz solitaire”, seinem letzten Werk, schildert Rousseau eine Beobachtung, die er an sich selber macht und die Reflexionen, die er daran knüpfte. Wie aus dem folgenden ersichtlich ist, handelt es sich um eine Symptomhandlung einfachster Art und deren Analyse. In der „sixième promenade” heisst es:
Wir machen wohl niemals eine mechanische Bewegung, deren Ursache wir nicht in unserm Innern auffinden könnten, wenn wir sie nur dort aufzufinden verstünden.
Gestern ging ich die neue Strasse am Ufer der Bièrre entlang, um zu botanisieren. Als ich mich der Barrière d'Enfer näherte, bog ich plötzlich rechts in die Felder ab und ging auf die Höhenzüge zu, welche das Flüsschen einrahmen. Dies ist nun an und für sich nichts besonderes; aber als ich mich erinnerte, dass ich schon mehreremals ganz mechanisch diesen Umweg gemacht hatte, da suchte ich die Ursache in mir selber und musste lachen, als ich sie entdeckt hatte.
Hinter der Barrière d'Enfer postierte sich täglich eine Frau, welche Erfrischungen, Früchte und Brötchen verkaufte. Diese Frau hat einen armen kleinen Jungen, der an Krücken geht und die Vorübergehenden um ein Almosen bittet, obne aufdringlich zu sein. Ich unterhielt mit dem Kleinen eine Art Bekanntschaft. Er versäumte nie, mich zu begrüssen und bekam jedesmal von mir eine Kleinigkeit. Anfangs machte es mir Vergnügen, ihn zu sehen; ich beschenkte ihn gern und fuhr eine Zeitlang so fort, indem ich ihn gewöhnlich noch veranlasste, mir etwas zu erzählen. Ich hörte seinem Geplauder gern zu. Nach und nach war dieses Vergnügen Gewohnheit geworden und hatte sich in eine Art Pflicht verwandelt, die mir bald lästig fiel, namentlich wegen des Geschwätzes, das ich nun jedesmal anzuhören genötigt war und in welchem er mich immer bei meinem Namen nannte, um zu zeigen, dass er mich wohl kenne. Von da an ging ich ungern da vorbei und machte schliesslich ganz mechanisch den Umweg.
Das also förderte ich zutage, als ich darü