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Die Prügelstrafe als ärztliche Methode. Es kommen noch sonderbare Ereignisse in dem Zeitalter der Psychoanalyse vor. Sehr merkwürdig dürfte unsere Leser die Methode anmuten, mit der Dr. Fröschels eine nervöse Sprachstörung geheilt und behandelt hat. Er stellte diesen Fall in der Sitzung der Wiener Gesellschaft für innere Medizin und Kinderheilkunde vom 11. Januar d. J. vor:
„Ein 7jähriges Bauernmädchen, das bis zum 4. Lebensjahre geistig und sprachlich vollkommen normal entwickelt war, erlitt um diese Zeit einen psychischen Chok in der Weise, dass ein Knabe im Spiel mit erhobenem Messer sich auf sie stürzte. Während der nächsten Wochen fiel das Kind wiederholt zu Boden und schrie: „Vater, nicht stechen!” Bei einem derartigen Anfall soll das Kind zum erstenmal das Wort „stechen” gestottert haben. Seit dieser Zeit stotterte das Kind immer ärger, und zwar handelte es sich anfangs um das sog. tonische Stottern (jene Form der Koordinationsstörung, bei welcher sich an der Stelle des Mundes, an welcher der betreffende Laut gebildet wird, ein tonischer Krampf einstellt, so dass der Patient nur mit Mühe in der Lage ist, einen Laut zu erzeugen); bald darauf stellte sich die klonische Form des Stotterns ein, das in einem häufigen Wiederholen eines Lautes oder einer Silbe besteht, ehe der nächste Laut gebildet werden kann. Gleichzeitig wurde das Kind immer wortkarger, bis es vor drei Jahren ganz zu sprechen aufhörte. Auch das Sprachverständnis, das anfangs gut war, nahm allmählich ab und seit einem halben Jahre reagiert das Kind auf Aufforderungen nicht mehr, wobei aber sein sonstiges Benehmen nicht unvernünftig ist.
Differentialdiagnostisch kamen hier in Betracht: 1. Ertaubung eines Kindes, das frühzeitig die Sprache verloren hat, eine nicht seltene Erscheinung. (Das Gehör, das die Hauptrolle beim Erlernen einer Sprache spielt, muss weit über das 8. Jahr hinaus funktionieren, soll die Sprache erhalten bleiben, und zwar so lange, bis die Lautklangbilder genügend fest im Gedächtni