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Mit der Erlaubnis des Leiters der Budapester berittenen Polizei wohnte ich am 29. April 1912 den Produktionen des Tolnaer Hufschmiedes Joseph Ezer bei, der sich bereit erklärte, jedes, auch das wildeste Pferd in einem Zuge zu zähmen und eigenhändig zu beschlagen. Die Zeitungen brachten schon seit längerer Zeit sonderbare Gerüchte über die unerklärliche Macht dieses Mannes; man schrieb von ihm, er sei imstande, einzig durch die Übertragung seines Willens, also suggestiv, das ungeberdigste Pferd gefügig zu machen. Die Kommission, die sich im Hofe der Polizeikaserne versammelte und die aus höheren Kavallerie-Offizieren und Polizeibeamten bestand, stellte es sich zur Aufgabe, die Kunst des Pferdebändigers an einem besonders wilden Tiere zu erproben. Es war dies „Czicza”, die prächtige 4½ jährige Vollblutstute eines Husarenoberleutnants, die man — trotz ihrer sonstigen hervorragenden Eigenschaften —zu nichts gebrauchen konnte, da es noch niemanden gelungen war, sie zu beschlagen. Das Tier war so wild, dass sich ihm kein Fremder nahen durfte, es schlug sofort aus. Ja selbst sein ständiger Pfleger konnte sich ihm nur vorsichtig nähern und brachte es mit Mühe höchstens so weit, dass es sich von ihm den Oberkörper bürsten liess. Machte er aber Miene, ein Bein des Tieres nur zu berühren, so geberdete sich dieses wie toll und wieherte fürchterlich. Da das Tier sonst vollkommen gesund war und sich im Gestüt lebhaft herumtummelte, erklärte man seinen Zustand für „Nervosität” oder „Wildheit”, gab es für Renn- und Züchtungszwecke verloren und wollte sich nun überzeugen, ob es der geheimnisvollen Kunst des Ezer gelingen werde, die Widerspenstige zu zähmen, an die noch immer jungfräulichen Hufe der „Czicza” das eiserne Schuhwerk zu befestigen und ihren Stolz zu beugen.
Alsbald erscheint der Pferdebändiger, ein etwa dreissigjähriger untersetzter Mann von bäuerischem Äusseren; er scheint ziemlich selbstbewusst zu sein und unterhält sich mit all den hohen Herrschaften recht unbefangen.