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Überraschende Heilerfolge, die der Autor bei einer Reihe von psychotischen Frauen (er publiziert in diesem Büchlein 32 Krankheitsfälle) durch die gynäkologische Behandlung gleichzeitig bestehender Erkrankungen des Uterus und seiner Adnexe erzielte, verleiteten ihn zur Verallgemeinerung dieses Zusammenhanges und zur Folgerung, dass psychotischen Frauen auf dem einzig wirksamen gynäkologischen Wege geholfen werden müsse. Theoretisch stellt sich Bossi den Konnex zwischen genitalen und psychotischen Krankheitszuständen so vor, dass die Erkrankung des Genitalorgans auf toxisch-infektiösem Wege oder infolge veränderter innerer Sekretion oder aber infolge von Erschöpfung, bei dazu hereditär disponierten Frauen zerebrale Symptome verursacht.
Die Tatsache, dass ein solcher Zusammenhang in vielen Fällen, besonders in solchen von Dementia praecox wirklich besteht, ist anzuerkennen, es ist auch denkbar, dass einzelne Fälle auf gynäkologische Behandlung sich bessern; wir können also dem Autor für seine Anregung dankbar sein. Ein empfindlicher Mangel seiner Konzeption liegt aber in der vollständigen Missachtung jener psychischen Faktoren, die erst zwischen Genitalerkrankung und Psychose interpoliert werden müssen, damit letztere erklärlich werden. Es dämmert dem Autor offenbar etwas Richtiges von der Bedeutsamkeit der Sexualität in der Ätiologie der Psychosen, da er aber die PsychoSexualität nicht kennt, begeht er denselben Fehler, dessen sich jener „wilde Analytiker” schuldig macht, der jeder Neurotischen die Ehe oder den Koitus als Heilmittel empfiehlt.
Unseren analytischen Erfahrungen nach ruft eine Verletzung oder Erkrankung d. h. Entwertung der Genitalien, dieser höchstgeschätzten Organe des Organismus, auf psychischem Wege die Erkrankung an Psychose hervor.
Ferenczi.