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Anknüpfend an die Namen Steinheil, Tarnovska, von Schönebeck, an der Hand eines besonders prägnanten Falles aus der eigenen Praxis wird ein gemeinsamer pathologischer Typus klinisch charakterisiert. Es handelt sich um Frauen, die mit intellektuellen und
körperlichen Vorzügen ausgestattet sind, ausserdem kokett, eitel, schon früh verderblichen Einflüssen ausgesetzt. Mörchen's Fall war schon als Backfisch Demi-vierge. Ausserdem zeigen sich schon früh eine Reihe neurotischer, speziell hysterischer Symptome, besonders vasomotorischer Art. Mörchen's Fall „versagte in der Ehe” und kam mit den Symptomen einer „Affektpsychose” in psychiatrische Behandlung.
Als bemerkenswert bezeichnet Mörchen die Sexualität dieses Typus. Diese Frauen sind zwar sexuell unersättlich, doch haben sie kein Verlangen nach dem Koitus, es besteht sogar eine gewisse Abscheu davor. Ihre Sexualität „erschöpft sich in weitgehendem Flirt, in allerlei Perversitäten”. Dadurch dass sie dem Mann hemmungslos alles gewähren, das eine aber versagen, gewinnen sie leicht völlige Herrschaft über ihn; daher diese sensationellen, kriminalistisch interessanten Fälle.
Für uns ist diese Arbeit besonders dadurch bemerkenswert, dass ein Nichtanalytiker die Sexualität dieser Neurotiker als infantil, als auf dem Backfischstandpunkt stehen geblieben bezeichnet. Ein Versuch, diese Zurückgebliebenheit ätiologisch zu erklären, wird allerdings nicht gemacht; alles wird auf „degenerativem Schwachsinn” zurückgeführt. Besonders merkwürdig mutet es an, wenn von einer „ererbten moralischen Anlage” die Rede ist, die in diesen Fällen fehlen soll.
Marcus.