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Der ausgezeichnet aufgebaute Artikel untersucht auf psychologischer Basis die Entstehung von Wirklichkeitsgraden in der Philosophie. Löwy zeigt beispielsweise sehr schön, warum Demokrit aus seinen logischen Widersprüchen sich nicht befreien konnte. „Fehler sind meist unterirdisch determiniert: Triebhaftes, das bedroht wird, drängt zur Oberfläche und wehrt sich durch Fehler.” Es klingt fast psychoanalytisch, wenn der Verfasser schreibt: „Der Trieb, der es schuf, schützt auch das gelungene Werk. Es ist kaum anzunehmen, Demokrit hätte schon gewusst, oder auch nur geahnt, was erst in allerletzter Zeit und nur ganz wenigen Denkern klar werden sollte, dass philosophisches Konstruieren Triebbefriedigung ist, ein Bauen um seiner selbst willen, im tiefsten Grunde Werk der Phantasie, nicht des Verstandes….” Löwy zeigt die Gründe auf, warum in der Konstruktion Plotin Wirklichkeitsgrade fehlen. Der Verfasser sagt an dieser Stelle: „Philosophische Gebäude sind als Kunstwerke zu fassen, soweit sie nicht etwa — Trostwerke sind, Hütten und Zelte, aus drängender Not erbaut, illusionären Schutz zu geben gegen die Unbilden irdischen Leides und menschlicher Gemeinheit.” Auch bei Augustinus zeigt der Verfasser, wie der christliche Bischof die Wirklichkeitsgrade im Sinne seiner eigenen psychischen Komplexion auffasste.
Im ganzen wird man Löwy's Arbeit als einen bedeutungsvollen Beitrag zur Metapsychologie (Freud), zur Psychologie der metaphysischen Probleme begrüssen.
Dr. Theodor Reik.