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Der Traum als Hüter des Schlafes. Zu den mannigfachen Beispielen, die Freud und Stekel dafür anführen, dass sich aus dem Unbewussten geholte Traumbilder mit realen Wachvorgängen verbünden, um den Schlaf erhaltend zu bewachen, aber zuletzt der Wirklichkeit im gegebenen Momente zu ihrem Anspruch zu verhelfen, möchte ich ein sehr schönes und deutliches Beispiel anführen:
Ich weiss, dass ich an einem bestimmten Tage spätestens um ½8 Uhr aufstehen müsse. Ich erwache des Morgens, blicke auf die neben mir liegende Uhr und sie zeigt auf ½6. Darüber beruhigt, denke ich mir, ich könne mir somit noch ein wenig Schlaf gönnen. Ich schlafe wieder ein und habe dann nachfolgenden, durch seine scharfe Plastik und detaillierte Ausarbeitung ausgezeichneten Traum: Ich befinde mich in einem Garten; ich glaube, es ist im Parke von Schönbrunn. Eine ehemalige Freundin von mir ist in Begleitung einer anderen mir unbekannten Person oben auf der Anhöhe des Glorietteberges, der mir aber im Traume von hohen, dichten Laubbäumen bestanden erscheint. Ich befinde mich im Gartenparterre und sehe plötzlich — es war schon in den Nachtstunden und der Park voll von Menschen — hinter der Bergesspitze hohe Flammen aufzüngeln. Ich erschrecke heftig und will hinaufeilen, um meine Bekannten zu retten. Ich stürme einen der Seitenwege empor. Mittlerweile ist die obere Spitze des Berges gänzlich von riesenhoch auflodernden Flammen bedeckt und eine Gluthitze hindert mich am Weiterlaufen. Ich muss an herabrennenden Leuten vorbei, kehre aber dann um, weil ich einsehe, dass jede Aussicht auf Rettung vergebens ist. Im Hinablaufen habe ich das resignierte und bedauernde Gefühl: Zu spät! In demselben Augenblicke wache ich auf, schaue erschrocken auf die Uhr, denn es ist ganz heller Tag geworden. Die Uhr zeigt auf 5 Minuten vor halb acht. Ich erkenne nun im Wachzustande sofort den Zusammenhang und auch den Aussenreiz des strahlenden Sonnenlichtes auf mein Gesicht, den ich als Feuersbrunst des Traumes erkläre. Von jener