You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
„Mein Traum!” Ein Beitrag zum Satze: Der Traum ist eine Wunscherfülluag. In unendlich vielen Witzen, Wortspielen und gebräuchlichen Redensarten entdecken sich dem psychoanalytisch Geschulten, vielleicht jedem, der sich halbwegs eingehend mit den Lehren Freud's und seiner Schule beschäftigt hat, oft blitzartig früher ungeahnte Zusammenhänge und Hinweise auf tiefere Bedeutungen. Nach meiner Ansicht findet sich auch in der — hauptsächlich im jüdischen Jargon und scherzhaft gebrauchten — Redensart: „Mein Traum!” ein Hinweis auf den Wunscherfüllungscharakter des Traumes, was sich aus der Anwendung dieser Redensart erweisen lässt. Z. B.: Der A. trifft den B. und ruft aus: „Mein Traum!” Ausgerechnet Ihnen hab’ ich begegnen müssen!” Meint er nun ernsthaft, dass es ihm kein Vergnügen ist, den B. zu treffen, so heisst der Ausruf: „Mein Traum!” doch nichts anderes, als dass es nicht gerade sein Traum war oder gewesen wäre, den B. zu treffen, also etwas ihm Unangenehmes, Unerwünschtes. Meint er es ironisch, so ist der Fall mutatis mutandis derselbe. Sicher ist auch zu mindest ein Anklang an das Wort: Daran habe ich im Traum nicht gedacht! anzunehmen.
J. U. C. Karl Stracka.