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Kinderland. Ein Verwandter hatte die Gewohnheit seinen Kindern den Hanswurst vorzumachen. Nach einer dieser Produktionen behauptete die 6 jährige Vally: „Papa, du bist ein Tepp!” Sie bekam darauf Schläge und ging weinend zu Bett. Einige Tage später kam sie schluchzend zu ihrer Mutter und gestand ihr folgendes: „Mama, immer vor dem Einschlafen muss ich beim Beten sagen: „Gott ist ein Tepp!” Ich will gar nicht und muss es doch sagen. Ich fürchte mich so, dass Gott mich strafen wird.”
Es ist klar, dass dieser Zwangsgedanke durch jene erste Szene hervorgerufen wurde, welche der Verdrängung anheimfiel, und dass der Begriff „Gott” den des Vaters vertritt.
Der Traum identifiziert bekanntlich oft Vater, Kaiser und Lehrer und greift damit auf Vorstellungen der Kinderzeit zurück. Ein Beispiel aus dem Wachleben eines Kindes, welches zeigt, wie nah ihm diese Identifizierung liegt:
Ich hatte als Gymnasiast einen kleinen Jungen zu unterrichten, welcher die erste Volksschulklasse besuchte. Wir lasen einmal das Gedicht: „Wie Kaiser Karl Schulvisitation hielt”. Am Schlusse des Lesestückes fragte ich meinen kleinen Schüler, ob er auch wisse, wer Kaiser Karl war. Seine Antwort lautete: „Ja, der Oberlehrer.”
Dr. Theodor Reik.