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Der Redaktion einer Zeitschrift1) ist unter einer Deckadresse von einem schweren Neurotiker eine Darlegung seines Zustandes nebst einigen Heften „Gedichte eines Psychopathen” und eine Sammlung von Zeitungsausschnitten über Retour à l’enfance, Verkleidungen in Kinderkleider u. dgl. zugegangen. Die Selbststudie bringt die „Zeitschrift” als „Dokument” zum Abdruck, leider nicht auch die Gedichte, die gewiss, besonders für den Analytiker, eine Reihe interessanter Ausblicke geboten hätten. So müssen sich diese Ausführungen auf Besprechung der „Selbststudie” beschränken, die auch eine reiche Fülle an Material bietet2).
Die Einleitung der Schrift klingt wie ein Notschrei nach Psychoanalyse: „ ‘Tout comprendre, c’est tout pardonner’. Verständnis, Verzeihung!..... Wenn ich dennoch diese Worte schreibe, so tue ich es, weil ich es muss; sie sind das Ventil, durch das die schwelenden und brodelnden Dämpfe entweichen, damit der Kessel nicht zerspringt.” Bei seinen wenigen Vertrauten hat Patient nur sprachloses oder auch abfälliges Kopfschütteln gefunden. Weil er das vom neuen fürchtet, hat er auch eine Scheu, sich einem einzelnen Arzt auszusprechen; „zu einem Konzilium von Ärzten kann ich sprechen”. Schon in der Einleitung erkennt man den Faktor, der in dem Krankheitsbild die Hauptrolle spielt, den Masochismus; Heilung erwartet Pat. entweder von vollkommenem laisser aller, leisser faire, oder von der — Hypnose.
Über sich selbst sagt Pat., dass er allzusehr Altruist ist, zu gefühlsweich, andererseits sparsam, ja filzig und knickerig. Er gehört den gebildeten Kreisen an, ist Doktor und stolz darauf. Von seinen Verwandten sagt er nur, dass seine Brüder und ein Onkel väterlicherseits sein kontradiktorisches Gegenteil sind. Sie sind ihm verhasst. „Auffällig ist, wie sehr ihr Charakter sich gleicht, und zwar in der Neigung zum Schlechten.” „Zu den wenigen Vorzügen, die ich besitze, rechne ich es mir am höchsten an, ihr genaues Gegenteil zu sein.”
Als sein auffallendstes Symptom bezeichnet