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Eine zweiundvierzigjährige Frau wird mir von einem Landarzte wegen nervöser Bauchschmerzen zugeschickt. Diese Schmerzen quälen die Frau schon seit neun Jahren. Es handelt sich um eine merkwürdige Neuralgie in der Gegend des Appendix, gegen die Blase und den Rücken ausstrahlend. Der Mac Burn’sche Punkt ist nicht durckempfindlich. Dagegen wächst die Druckempfindlichkeit, je näher man der Medianlinie kommt. Die Patientin wurde verschiedentlich behandelt. In Wien führte man die Schmerzen auf eine Retroflexio uteri zurück. Schliesslich schlug ihr ein Gynäkologe die Exstirpation des Uterus vor. Sie willigte mit Freuden ein, um ganz erlöst zu werden. Drei Wochen nach der Operation kam der Schmerz in alter Intensität und noch stärker wieder. Nun kamen die Ärzte darauf, dass der Schmerz ein nervöser sei, und begannen sie mit Brom, Valeriana, Elektrizität zu behandeln. Alles ohne Erfolg. Dr. H., ein Arzt, der mein Buch „Nervöse Angstzustände” gelesen hatte, sandte mir den Fall mit der Bemerkung zu, der Fall habe sicher eine psychogene Wurzel. Er sei aber ausser stande, sie aufzufinden.
Die analytische Durchforschung des Falles ergab gleich in der ersten Stunde ein wichtiges Resultat. Ein halbes Jahr vor dem Schmerz sei eine Art von Lustträumen eingetreten, und sie habe das erste Mal in ihrem Leben einen Orgasmus gefühlt. Während ihrer Ehe war sie immer anästhetisch. Sie hatte mit 23 Jahren geheiratet. Und erst mit 33 Jahren begann sie im Anschluss an einen Traum zu „empfinden”. Sie fragte ihre Freundinnen, was das wäre, und beruhigte sich, als sie hörte, es sei normal, eine jede Frau müsse das empfinden. Das erlebte sie im Alter von 33 Jahren! Und nun erzählt sie, dass ein Zusammenhang zwischen dem Schmerz und der Lustempfindung existiert. Sie habe gefunden, dass der Schmerz immer heftiger auftrete, wen sie einen „süssen” Traum gehabt hatte. (Es ist, als ob der Schmerz die Strafe für eine verbotene Lust wäre...)
Des Inhaltes der süssen Träume kann sie sich nicht erinnern. Sie g