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Der Verf. sucht die spärliche Kasuistik vasomotorischer Neurosen um einen interessanten Fall seiner Beobachtung zu bereichern. Eine 42 jährige Kaufmannsgattin leidet seit 6 Jahren an Anfällen, die sich in unregelmässigen Zeitabständen wiederholen, jedoch zumeist durch psychische Ursachen ausgelöst werden. Die Anfälle beginnen mit Brennen, Rötung und Jucken in beiden Händen, an den äusseren Flächen beider Oberschenkel und am rechten Bein. Die Rötung dauert 1—2 Tage, dann erblasst die Haut, erscheint aber besonders an den Handtellern verändert, verdickt. Nach einigen Tagen fällt die Haut an den Armen, Oberschenkeln und am Knie in kleinen, an den Händen in grossen Schuppen, wie ein Handschuh, ab. Die Anfälle waren in der Regel von Temperatursteigerungen (bis 39,5°) und den entsprechenden Allgemeinerscheinungen, wie Schwäche, Appetitmangel etc., begleitet. Die Plaques lagen (mit Ausnahme des Knies) ganz symmetrisch auf beiden Körperhälften. In der anfallsfreien Zeit ergab die Untersuchung der Patientin keine wesentlichen Krankheitserscheinungen. Irgendwelche hysterische Stigmata oder Antecedentia konnten nicht nachgewiesen werden. Die Sehnenreflexe waren gesteigert. Es bestand deutliche Dermographie. Während der folgenden Beobachtungszeit von zwei Jahren klagte Patientin über Ohrensausen und Gehörabnahme auf einem Ohre. Doch sind weitere Anfälle in dieser Zeit nicht vorgekommen.
Gegen eine exogene Erkrankung (Infektion) spreche das vielfache Rezidivieren der Krankheit, die symmetrische Lokalisation der Herde, das Befallenwerden identischer Körperpartien in den einzelnen Anfällen, das Auftreten derselben nach psychischen Affekten, die auf ein nervöses Leiden hindeuten. Auch das Fehlen irgendwelcher stabiler Veränderungen nach