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Jeder Analytiker macht die Beobachtung, dass es sehr schwer ist die Patienten für die Aufdeckung ihrer versteckten Triebkräfte zu gewinnen. Ist man in den ersten Stunden unvorsichtig und deckt man zuviel von geheimen Kräftespiel auf, so weckt man den Widerstand gegen die Heilung und die Kranken bleiben unter allerlei Vorwänden aus. Manchmal nützt die äusserste Vorsicht nicht. Kommt doch der Patient zum Arzte mit dem festen Vorsatz, sich „nicht unterkriegen zu lassen”. Jeder Neurotiker hütet das Geheimnis seiner Neurose wie einen kostbaren Schatz, wie sein Rheingold, das er sich nicht entreissen lassen will1). Wittert er Gefahr für seine kunstvolle Fiktion, so ergreift er die Flucht…. Oft nützt die grösste Vorsicht nichts. Nach ein paar Tagen findet der Kranke, dass er eigentlich schon geheilt ist und verlässt mit unendlich überschwänglichen Beteuerungen der Dankbarkeit den Arzt, vergisst nicht zu betonen, dass er einige Bekannte oder Verwandte zur Kur schicken werde.…. und ist natürlich gerade so krank wie zuvor. Ein anderer muss plötzlich verreisen, den dritten regt die Behandlung zuviel auf, er muss sich erst beruhigen usw. Der Variationen gibt es unendlich viele. Man gehe daher an jeden Fall mit Skepsis und mit grosser Vorsicht heran. Je später man seine Trümpfe ausspielt, je mehr man von seinen Kenntnissen für sich behält, desto sicherer der Erfolg. Es ist töricht, dem Kranken in den ersten Tagen Auflösungen zu geben, auch wenn er noch so gut psychoanalytisch geschult und selbst wenn er Arzt ist. Im Gegenteil! Die Vorgebildeten sind die schwersten Fälle. Sie sind gewarnt und nützen ihre Kenntnisse der Psychoanalyse zu Widerständen aus. Ich muss daher Freud vollkommen beipflichten, wenn er widerrät, die Patienten durch Lektüre zum Verständnis der Psychoanalyse zu bringen und so die Kur. zu unterstützen.2) Man tut dies in der Hoffnung, rascher zum Ziele zu