You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Zwei Träume des jungen Flaubert werfen das hellste Licht auf sein Seelenleben. Sie sind den „Mémoires d'un fou”1) entnommen, welche nach des Dichters eigenem Geständnisse das Spiegelbild seiner Jugendjahre bilden.
Des Nachts „hörte ich Schritte, man stieg die Treppe empor, eine Luft, wie ein übelriechender Duft drang bis zu mir. Die Tür öffnete sich von selbst. Es waren viele, vielleicht 7 oder 8; ich hatte nicht Zeit, sie zu zählen. Sie waren klein oder gross, mit rauhen, schwarzen Bärten bedeckt, ohne Waffen, aber alle hatten einen Dolch zwischen den Zähnen, und als sie sich im Kreise um mein Bett näherten, krachten die Zähne und das war schrecklich. Sie schoben meine weissen Vorhänge zurück und jeder Finger hinterliess eine Blutspur; sie betrachteten mich mit grossen, starren Augen ohne Lider; ich sah sie auch an; ich konnte keine Bewegung machen; ich wollte schreien. Es schien mir dann, als ob das Haus sich emporhebe von seinem Fundament, als ob es ein Hebel emporgehoben hätte. Sie betrachteten mich lange so, dann entfernten sie sich und ich sah, dass alle eine Seite des Gesichtes ohne Haut hatten und dass diese Seite langsam blutete. Sie hoben alle meine Kleider auf und alle hatten Blut, sie setzten sich zum Essen, und das Brot, das sie brachen, liess Blut entströmen, welches Tropfen auf Tropfen herniederfiel, und sie begannen zu lachen wie das Röcheln eines Sterbenden. Als sie nicht