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Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Arten der Lustgewinnung am eigenen Leibe. Das Kind ist autoerotisch; durch Reizung verschiedener Körperstellen gewinnt es, wenigstens in den ersten Stadien, objeklose, von keiner Phantasie begleitete Lust. Der heranwachsende Mensch in der Pubertät, der noch nicht den Mut oder Gelegenheit findet, seine sexuellen Wünsche in Wirklichkeit umzusetzen, der Neurotiker, dem die Realität versperrt ist, weil die seiner Einstellung adäquate
Sexualbefriedigung aus inneren oder äusseren Gründen Unmöglichkeit scheint, greift zur Onanie. Diese ist nicht autoerotisch, nicht objektlos, sondern immer und ausnahmslos von in der bei weitem überwiegenden Zahl der Fälle bewussten alloerotischen1) Phantasien begleitet, ja geradezu durch sie bedingt. Die Form dieser Lustgewinnung ist meist Onanie, d. h. Masturbation am Genitale bis zum Orgasmus. Wir werden sehen, dass diese Art der Lustgewinnung am eigenen Körper bedeutend zweckmässiger ist als die verschiedenen anderen Formen, die ich besprechen will. Soweit sie mit der Onanie die alloerotischen Phantasien gemeinsam haben, will ich sie als onanieartige bezeichnen; diese sind bei weitem häufiger, doch kommt auch bei Erwachsenen, die sonst ganz normal sind, rein autoerotische Lustgewinnung vor.
Der ganze Körper als ganzer kann als Lustquelle dienen und diese Art der Lustgewinnung ist von den hier angeführten die allerhäufigste; ich zweifle überhaupt, ob es Menschen gibt, die sie nicht verwenden. Ich meine diese bekannte „süsse Müdigkeit”, dieses „wohlige Mattigkeitsgefühl” mit seinem Dehnen und Strecken, dem Zupressen der Augen, der Hyperflexion und Hyperextension der Gelenke, Spannung und Entspannung der Muskeln. Diese Art der Lustgewinnung ist, soweit ich sie beobachten konnte, rein autoerotisch; doch ist es sehr gut denkbar, dass sie auch gelegentlich von Phantasien begleitet auftritt2).
Jede beliebige Körperstelle kann als erogene Zone verwendet werden. Grosse Hautstücke samt dem darunter liegende