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Auch ich bin von dem Ergebnis der Onaniedebatte keineswegs befriedigt. Ich habe schon in der Diskussion konstatieren müssen, dass die meisten Redner unhaltbare Positionen mehr oder weniger glücklich verteidigen. Ich habe mir die Behandlung des Themas „Onanie” für den dritten Band der „Störungen des Trieb- und Affektlebens” vorbehalten. Allein Kaus scheint mir in seinem jugendlichen Eifer zu weit zu gehen, und die Parteinahme für seinen Meister Adler scheint ihm jene gefährliche Dosis von Affekten eingeimpft zu haben, welche den klaren vorurteilslosen Blick trübt. So wichtige komplizierte Fragen wie die Onanie lassen sich nur auf der Basis reicher Erfahrungen lösen. Der Referent, dessen psychologische Begabung für mich über jeden Zweifel feststeht, kann diese Erfahrungen noch nicht gesammelt haben. Deswegen wäre meiner Ansicht nach etwas grössere Zurückhaltung und Bescheidenheit in den Formulierungen am Platze gewesen. Schliesslich enthält die Debatte die Ansichten von manchen Forschern, die sich seit vielen Jahren bemühen, die sexuellen Probleme vorurteilslos zu betrachten. Ich sage bemühen, weil die Schüler Freud's sich unwillkürlich verleiten lassen, für die Thesen Freud's Bestätigungen zu finden. So geraten sie leicht in die gefährliche Bahn des Dogmatismus. Kaus scheint mir aber den Freud'schen Dogmatismus durch einen Adler'schen Dogmatismus zu ersetzen. Das mag vorgeschrittener sein. Aber Dogmatismus bleibt Dogmatismus.…. und wird immer der vorurteilslosen Forschung eine Klippe. Muss denn die Onanie der Ausdruck des „männlichen Protestes” sein? Onanieren nicht die Hunde und die Affen und viele andere Tiere, denen wir die komplizierten Mechanismen eines männlichen Protestes