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Dieses anregende Buch geht von der Frage: „Worüber lachen wir?” und „Was ist das Lachen?” (physiologisch) aus. Rullmann zieht alle
Theoretiker des Komischen zu Rate. Es ist interessant, dass Stendhal in Briefen an seine Schwester (veröffentlicht in der „Neuen Rundschau” 1908) folgendes schreibt: „Lächerlich ist das Benehmen eines Menschen, der dasselbe will wie wir, aber aus dem Geleise kommt. Das Gefühl, etwas vorauszuhaben, und der Wahn, es könne uns nie fehlen, lässt uns den andern auslachen.” Endlich gelangt Stendhal zu folgender Definiton: „Das Lachen ist eine plötzliche Entladung der Selbstliebe, hervorgerufen durch die jähe Überlegenheit angesichts einer, an einem andern Menschen entdeckten, von uns selbst überwundenen Schwäche. Wir lachen über unsere eigenen Dummheiten, die wir im vergangenen Jahre begangen haben.” Diese Zeilen stehen den Freud'schen Ausführungen über das Komische sehr nahe, nur betont hier Freud den infantilen Ursprung. Im ersten Teile seines Buches nimmt Rullmann besonders Bezug auf das Freud'sche Buch, das er als geistreich bezeichnet. Er findet, dass Freud das Wesen der Zote als Verführungsversuch nicht vollständig gezeichnet habe. Dies sei nur für eine Spezies der Zote charakteristisch. Es wäre darauf zu erwidern, dass Freud mit seiner Erklärung besonders auf die Psychogenese der Zote hingewiesen haben will. Ebenso wird es abzuweisen sein, wenn der Autor die Unterscheidung von Witz und Komik bei Freud bekämpft. Dieser Unterschied tritt gerade lichtvoll im „Witz und seinen Beziehungen zum Unbewussten” hervor. Es ist zu bedauern, dass der Autor, der alle bisherigen Definitionen des Komischen unzutreffend oder wenigstens unzureichend findet, mit seinen eigenen Theorien aus zu grosser Bescheidenheit zurückhält.
Es wäre erfreulich, wenn psychologisch und literarisch Interessierte die vielfachen Anregungen, welche das Freud'sche Buch über den Witz gibt, benützten. Der Witz ist nicht nur ein vorzüglicher Spiegel der Kultur einer Zeit und Nati