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Der Maler des hier wiedergegebenen „Abendmahls” ist ein 40 jähriger unverheirateter Schizophrene, der zugleich an einem beträchtlichen Grade von angeborenem Schwachsinn leidet. Dieser letztere Umstand musste natürlich eine Psychoanalyse beeinträchtigen, er verhinderte jede Planmässigkeit und machte die Benutzung wesentlicher Hilfsmittel, namentlich der Assoziationsexperimente, fast vollständig unmöglich; auch die Traumdeutung konnte nicht recht gedeihen, wenn auch die Eigentümlichkeit der schizophrenen Psyche, ihre Träume in gewissem Masse selbst zu deuten, zu Hilfe kam. Andererseits ist es interessant, in den Gedankengängen dieselben Symbole, dieselbe Ausgestaltung des Wahns vorzufinden, wie bei irgend einem intelligenten Schizophrenen, wieder ein Beweis für die Autonomie des „symbolischen Denkens”1).
Weitaus, den wichtigsten Zugang zur Deutung erlaubte das „Abendmahl” des Patienten, der von Beruf Flachmaler ist, aber in hohen künstlerischen Ambitionen schwelgt. Er hatte sich für sein Bild einen ganz kleinen Holzschnitt in einer kleinen „biblischen Geschichte” als Vorlage gewählt und ist von dieser nur in einigen Punkten abgewichen, die natürlich analytisch das grösste Interesse beanspruchen. Während auf der Vorlage Johannes gerade aufgerichtet sitzt, schmiegt er sich auf dem Bilde des Patienten an Christus an; ferner sind eigene Zutaten des Kranken die kurzen, borstigen Haare des Judas, die langen Frauenhaare der übrigen Apostel und Christi, dann einige Ausschmückungen an den Kleidern von Christus und Johannes und schliesslich die sonderbaren Heiligenscheine.
Die Erläuterungen, die der Patient bei verschiedenen Gelegenheiten zu dem Bilde gab, seien hier zusammengefasst, ohne vom Wortlaut des Kranken abzuweichen; auch die nötigen Daten der Vorgeschichte seien darin verflochten.
„Christus ist eigentlich ein Mädchen, er ist mir auch immer als Mädchen erschienen (Halluzinationen); er hat sich auch als Mädchen gekleidet. — Er versinnbildlicht die Liebe. Christu