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Ich führe einige Beispiele an, die ihrer Einfachheit wegen als Beiträge zur Psychopathologie des Alltagslebens vielleicht nicht ganz ohne Interesse sein dürften.
Vor einigen Monaten in einer Zeit, wo ich mich mit der Absicht herumtrug, einen populären Aufsatz über Freud's „Traumdeutung” zu schreiben, erhielt ich eine Nachricht, dass eine Kollegin von mir einen Vortrag eben dieses Inhalts in einer psychologischen Gesellschaft halten sollte. Diese Nachricht war mir nicht gleichgültig, um so mehr, dass ich mir den Vorwurf machen musste, mich dieses Mal wie so auch in manchem anderen nur infolge meiner Nachlässigkeit von anderen überholt haben zu lassen. Noch in diese Gedanken versunken wurde ich abgerufen, um eine Dame zu empfangen, deren Name und Adresse ich notieren musste. Den Namen halblaut wiederholend, schrieb ich ihn automatisch auf einen Zettel nieder. Als ich aber den Blick nochmals auf den Zettel richtete, bemerkte ich zu meinem grössten Erstaunen, dass ich statt des zu notierenden Namens „Freud's Traumtheorie” geschrieben habe. Dies war der Titel des Vortrages meiner Kollegin. So machte ich in der Phantasie gut, was ich in Wirklichkeit versäumt habe.
Ich begegne einem Herrn M., der mir seit vielen Jahren bekannt ist. Zwar ist unsere persönliche Bekanntschaft ziemlich oberflächlich, durch meine Freundin aber, in deren Leben er eine grosse Rolle gespielt hat, kenne ich sein intimes Leben sehr gut. Ich erinnere mich ganz genau, wer er ist, seine ganze Lebensgeschichte taucht für einen Moment im Bewusstsein auf, aber ich kann mich an seinen Namen nicht erinnern. Es wundert und ärgert mich. Ich versuche mir den Anfangsbuchstaben und die Silbenzahl in's Gedächtnis zu rufen, jedoch vergebens. Da fange ich mit der Analyse an.