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Eine 20 jährige Frau von ausgesprochen kindlichem Habitus erkrankte unmittelbar im Anschluss an die Hochzeitsnacht an einer Neurose, deren wesentlichste Symptome waren: Schmerzen in der linken Unterbauchgegend, Blasenlähmung, spastische Obstipation, starker nervöser Husten, Trockenheit des Mundes und des Rachens, Essunlust, Erbrechen, Verlust des Gefühlssinns und der Schmerzempfindung, Unfähigkeit zu gehen und zu stehen, Ohnmachtsanwandlungen, Krämpfe und endlich Angstanfälle, in denen die Kranke ihren früheren Bräutigam, der ihr einmal brieflich gedroht hatte, sie und ihren Mann zu erschiessen, vor sich sah, wie er sie mit einer Pistole bedrohte. Während der Angstanfälle war der Mund krampfhaft geöffnet, die Zunge lutschte gierig an den Lippen. Die Annahme des Verf., dass der Angstanfall das Symbol eines geschlechtlichen Verkehrs durch den Mund darstelle, bestätigte sich, indem sich herausstellte, dass die Patientin mit ihrem früheren Bräutigam 2 Jahre lang munderotisch verkehrt hatte, in der Hochzeitsnacht versuchte die Perversion zugunsten normaler sexueller Betätigung aufzugeben, von dieser aber nicht befriedigt wurde, weil sie, wie bald offenbar wurde, gegen normalen Verkehr überhaupt frigide war. Die Neurose erwies sich als der Ausweg, den das Unbewusste aus dem Konflikt der um die Herrschaft ringenden perversen und normalen sexuellen Triebe suchte und fand. Die Aufklärung über das Wesen der Neurose brachte zunächst alle Symptome zum Schwinden: die Patientin war im Geiste wieder mit fliegenden. Fahnen zur Munderotik zurückgekehrt. Damit war der psychosexuelle Konflikt natürlich nicht erledigt, und es erfolgte auch zunächst wieder von neuem die Verdrängung der perversen Wünsche. Die Analyse, die