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Die bisher erschienenen Hefte dieser neuen Zeitschrift geben einen sehr guten Überblick über den Staad der psychologischen Forschung Italiens. Was uns am vorteilhaftesten für die Unternehmung zu sein scheint, ist die weite Perspektive, die sie sich gestellt hat, und die vollkommene Objektivität, für welche die Namen der Redaktionsleiter Gewähr leisten. Mit der „Psiche” wird eigentlich zum ersten Male in Italien der Versuch unternommen, sich mit streng psychologischen Problemen an eine breitere Öffentlichkeit zu wenden. Infolge der Hochflut des Positivismus und Materialismus, dem der italienische Geist vielleicht wegen des nationalen Hanges einerseits zum Grob-Sinnlichen und Oberflächlichen, andererseits zur unmittelbaren Synthese und Einheitlichkeit länger und intensiver huldigte als es bei anderen Nationen (mit Ausnahme Frankreichs) der Fall war, waren die Pfleger aller geistigeren Wissenszweige durch lange Zeit gezwungen, sich in den Schmollwinkel zurückzuziehen. Infolgedessen erweckt diese Zeitschrift in uns ein doppeltes Interesse: das für ihre Leistungen und das für ihren Erfolg, der zugleich ein Massstab für die Aufnahmsfähigkeit des Publikums jenseits der Alpen für die feinsten, man möchte fast sagen: wichtigsten wissenschaftlichen Fragen unserer Zeit sein wird. Denn wir würden uns nicht wundern, wenn sich unser Jahrhundert zum „Jahrhundert der Psychologie” entwickeln würde, und es wäre bedauerlich, wenn Italien, das Land der passionierten, leidenschaftlichen Arbeiter, den Anschluss versäumte.
Nach der durch die „Psiche” vorgelegten Probe ist das allerdings nicht zu befürchten. Die meisten Probleme psychologischer Forschung finden wir durch eminente, berufene Forscher erörtert, wenn auch nicht immer völlig umschrieben (wir nennen Enrico Morselli: „Anmerkungen über die Assoziationsmethode in ihrer Anwendung auf die Psychoanalyse”, eine etwas vorsichtig gehaltene Schrift, die sich energischer Schlussfolgerungen enthält, aber viele Seiten des Problems gründlich b