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Die Schrift schildert die Entwicklung der Sprache beim Kinde, nach ihrer lautlichen Beschaffenheit, ihrem Inhalte, ihrer psychologischen und
ihrer logischen Natur. Einige der wesentlichsten Erkenntnisse seien im folgenden verzeichnet. Bezüglich der logischen Natur der Sprache geht die Entwicklung vom Worte als Bezeichnung von Individualvorstellungen zum Worte als Symbol und führt so zu einer fortschreitenden „Intellektualisierung” der Sprache: „So sah ein Kind einmal eine Ente im Wasser und lernte dabei den Ausdruck „kuak”; in der Folgezeit bezeichnete es mit diesem Worte Enten, Vögel, Insekten etc. Was also das Kind an der im Wasser schwimmenden Ente beachtete, war die Bewegung.” „Später erfährt die Wortbedeutung eine Umwandlung. Das einzelne Wort rückt in seiner Bedeutung immer mehr aus der Sphäre des subjektiven Gefühlsund Willenslebens in die der objektiven Wirklichkeit.”
Beim Hervortreten der einzelnen Wortklassen, macht sich gewöhnlich folgende Sukzession geltend: Zuerst besteht der Wortschatz fast nur aus Substantiva, einige Monate später treten auch Verba auf, am Schlusse des zweiten Lebensjahres gesellen sich auch die anderen Wortklassen hinzu. Die Verba werden zunächst nur zur Bezeichnung der Gegenwart gebraucht, von den Adjektiven werden zuerst nur solche benützt, welche einen eigenen Zustand ausdrücken. — Das Kind liebt die Gegensätze, „da sie seine ablehnende oder zustimmende Stellungnahme ausdrücken. Wie wenig objektiv sie jedoch noch gemeint sind, zeigt die fälschliche Gegensetzung von etwa gut und sauer… … Ja selbst die entgegengesetzten Vorstellungen werden oft durch ein und dasselbe Wort ausgedrückt (sogenannter „Gegensinn”), offenbar zum grossen Teil, weil sie den gleichen Gefühlston haben. So wird z. B. „aiss” auch für das gleich unangenehme kalt gebraucht.”
Das erste „nein” tritt gewöhnlich um die Mitte d