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Dieses Werk erscheint als erster Band des „Handbuches der gesamten Sexualwissenschaft in Einzeldarstellungen”, als deren Herausgeber der bekannte Sexualforscher Iwan Bloch zeichnet. Das Unternehmen wurde dem Forscher anvertraut, der zuerst den Ausdruck „Sexualwissenschaft” gebildet und in die Wissenschaft eingeführt
hat. Wir verdanken Bloch schon eine grosse Reihe von grundlegenden anthropologischen Arbeiten über dieses gewaltige Thema. Er verbindet wie kaum ein zweiter eine immense Belesenheit, einen klaren Blick mit einer vorurteilslosen Objektivität. Auch in diesem Werke sind die erwähnten Vorzüge zu finden. In der Einleitung betont er seine Priorität Freud gegenüber. Er nimmt für sich die Ehre in Anspruch, der Urheber der anthropologischen Forschungsweise auf dem Gebiete der Sexualwissenschaft zu sein. Er habe schon vor Freud den Begriff der „sexuellen Äquivalente” aufgestellt und die Entartungstheorie widerlegt. Er betrachtet die anthropologische Forschung der individuellen psychoanalytischen weit überlegen. (Ich halte den Streit für müssig. Beide Forschungsarten müssen einander offenbar ergänzen!)
Das Problem der Prostitution betrachtet der Autor als das Zentralproblem der sexuellen Frage, die „Frage aller Fragen” in der Sexualwissenschaft. Er präzisiert seine Ergebnisse in sieben Punkten. 1. Die neue Umgrenzung des Begriffes Prostitution. 2. Die Prostitution ist ein Rudiment alter sozialer Missstände. 3. Sie ist eine Form der dionysischen Selbstentäusserung. 4. Die ökonomischen Beziehungen der Prostitution sind sekundärer Natur. 5. Die Widerlegung der Notwendigkeit und Unausrottbarkeit der Prostitution. 6. Die moderne Prostitution zeigt eine typische Hellenisierung der christlichen Sexualethik. 7. Die noch heute geltende antike Sexualethik ist die Moral typischer Sklavenstaaten.
Diese Thesen werden an Hand eines überwältigenden Materials verfochten. Der erste Band reicht bis zur Prostitution des Mittelalters. Es ist hier unmöglich, eine Andeutung von dem reic