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Eine sinnreiche und auch manche interessante Daten enthaltende Arbeit eines Philosophen. „Auf welcher Weise entstand”, fragt der Verf., „in der Seele des Menschen ein vom Bewusstsein zu unterscheidender
anderer Teil? Das ist nach Freud die Wirkung und Folge der gesellschaftlichen Moral.” .…. „Die Theorie von Freud scheint so einfach und überzeugend zu sein, dass sie lange Zeit hindurch unverändert blieb. Wie ich erfahre, arbeitet er jetzt selber an bedeutsamen Veränderungen und wird eben die Grundbegriffe umformen. Eine solche Umgestaltung ist auch unvermeidlich und notwendig.” Insbesondere sei aus der Anwendung der Freud'schen Methode auf die Mythenforschung hervorgegangen, dass „wir in den Mythen fast ausschliesslich Zeichen der sexuellen Verdrängung wahrnehmen können, wo doch in der Zeit ihrer Entstehung von ausgebildeter Gesellschaft und Moral in unserem Sinne nicht die Rede sein kann. Diese Mythen behandeln eben sehr häufig die Einschränkung des Inzestes, die eines der urältesten moralischen Phänomene genannt werden darf. (Ref. macht darauf aufmerksam, dass in der analytischen Literatur noch keine Einigung in der Frage herrscht, ob diese Erscheinung teleologisch oder anderswie aufzufassen sei.) Aus der Theorie von Freud geht auch nicht hervor, wie die Verdrängung selbst zustande käme; und auch die merkwürdige Erscheinung der Sublimierung ist derweilen noch nicht zu verstehen.” Diese Schwierigkeiten scheinen eine Umformung der Grundbegriffe zu berechtigen, die sich im wesentlichen folgendermassen durchführen lasse. Stellen wir uns, im Gegensatz von Freud, vor, dass „die ursprüngliche Spaltung der Seele, die Trennung in zwei (hier bewusstem, dort unbewusstem) Teile, die Ursache der Entstehung der Moral sei. Wenn wir von dieser Annahme ausgehen, dann wird nicht die Seele des einzelnen vom sozialen Medium determiniert, sondern wir können umgekehrt aus den Grundgesetzen der Einzelseele die Massenerscheinungen, wie z. B. die Moral, begreifen. Alle anderen Phänomene