You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die vorliegende Arbeit ist einer Untersuchung des psychischen Vorganges bzw. der psychischen Bedingungen der Symbolbildung gewidmet. Der Symbolbildung im weitesten Sinne; denn es erscheinen hier nicht bloss alle dem Psychanalytiker begegnenden Symbolphänomene auf eine einheitliche Grundlage gebracht, sondern es wird auch alles symbolische Denken überhaupt (individual- wie völkerpsychologisch) mit hereinbezogen.
Die Symbolbildung vollzieht sich auf Grund eines positiven und eines negativen Faktors. Ersterer ist der zum Bewusstsein sich drängende, weil von einem Willensakt (Aufmerksamkeit) oder von einem Affekt herangezogene Gegenstand (Gedanke, Idee); der zweite Faktor ist eine apperzeptive Insuffizienz, welche das Klarwerden der vordringenden Idee, in ihrer vollkommensten Form verhindert und nur den symbolischen Ausdruck dafür zulässt. Die apperzeptive Insuffizienz kann wieder entweder in einer ungenügenden intellektuellen Kapazität oder in einem Spiel der Affekte begründet sein. Was die erste Gattung der Insuffizienz betrifft, kann man zwei Richtungen unterscheiden: Das Symbol kann eine Idee vertreten, deren ich (z. B. im Schlaf) nicht mehr Herr bin, oder auch eine solche, deren ich noch nicht Herr bin (was natürlich auch völkerpsychologisch zu verstehen ist). Der Verfasser unterscheidet zwei Haupttypen der Symbolik, deren Entstehen sich nach der Kompliziertheit der multiplen Determination und nach dem Grade des Eingreifens der Affekte bestimmt.
Als fruchtbar bei der Betrachtung verschiedener psychologischer Theorien über die Symbolik erweist sich der doppelte Gesichtspunkt von Kausalität und Finalität. So zeigt der Verfasser z. B., dass gewisse scheinbare Gegensätze in den Meinungen der Wiener und der Züricher Schule verschwinden, sobald man erkennt, dass ganz einfach in der einen Schule die finale, in der anderen die kausale Betrachtungsweise vorwiegt.
An die theoretischen Ausführungen schliessen sich eine Anzahl Beispiele, die nach den Kategorien der Symbolik in dr