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Für den Reichtum der Anregung, die dieses Buch dem Psychoanalytiker bringt, kann ich mich nur bei Krauss, der mich auf dieses Werk aufmerksam machte, bedanken. Was wir mühsam bei unseren Analysen ans Licht des Tages schürfen, hier steht es historisch überliefert plastisch vor unseren Augen. Für die Traumdeutung ergeben sich zahllose Beweise und Erklärungen. Wir merken, dass der unbewusste Phalluskult, den wir in allen Träumen der Menschen (nicht nur der Neurotiker!) konstatieren können, das starre Festhalten einer historischen Tradition bedeutet. Wir erkennen auch da den Zusammenhang zwischen mythischen Schöpfungen und neurotischen Symptomen, den alle anderen Forschungen immer wieder bekräftigen.
Von besonderem Interesse sind die Kapitel „Von der Erotik im Glauben der Slaven”, Fortdauer des Phalluskult in Frankreich”, „Von Narrenfesten” und den „Gebräuchen bürgerlicher und religiöser Einrichtungen aus der Vergangenheit, deren Unanständigkeit der des Phalluskultus gleichkommt, sie sogar noch übertrifft”. Gegen diese historischen Tatsachen ist die Phantasie unserer Kranken arm und man merkt, wie gross die Verdrängung der Erotik gerade in den letzten Jahrhunderten war. Diese Grösse der Verdrängung macht uns das rasche Anwachsen der Neurosen verständlich.…. Ich möchte noch die vorzüglichen Abbildungen hervorheben,