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Nach entsprechender Berücksichtigung der bekannten Arbeit von Löwenfeld, wobei der Autor auf einen daselbst nicht berücksichtigten Autor, nämlich Wernicke, aufmerksam macht, werden zwei sehr interessante Fälle eingehend geschildert. Juliusburger kommt schliesslich zu ähnlichen Resultaten, wie ich sie in meinem Buche „Die Sprache des Traumes” festgestellt habe. Er sagt:
„Das Gefühl der Identifikation, welches hier als Schutz- und Hilfsmittel von der Kranken gesucht wurde, kann nur zustande kommen durch eine starke Gefühlsübertragung auf das Objekt. Das Gefühl der Entfremdung und Fremdheit tritt ein, wenn eine Gefühlstrennung mehr oder weniger extensiv und intensiv durch eine Störung des seelischen Mechanismus sich einstellt. Hierbei ist noch folgendes in Betracht zu ziehen: Wird der seelische Mechanismus in seinem harmonischen Zusammenhange erschüttert, steigen aus dem Unterbewusstsein Komplexe auf, welche das Oberbewusstsein ablehnt und als Fremdlinge betrachtet, so wird auch hierdurch naturgemäss ein Gefühl der Befremdung, ein Fremdheitsgefühl, sich einstellen, welches einerseits das Persönlichkeitsbewusstsein befallen und andererseits in dem Drange nach Objektivierung sich dem Bewusstsein der Aussendinge zugesellen kann. Im letzteren Falle wird es sich um einen ähnlichen Vorgang wie beim paranoischen Mechanismus im Stadium der Bildung des Verfolgungswahns handeln, dessen Genese darin zu erblicken sein dürfte, dass im Unterbewussten des Individuums diesem gewisse Komplexe zu schaffen machen, es bedrängen, verfolgen, und auf die Aussenwelt projiziert in Vorstellungen der Bedrückung und Verfolgung dann wiederkehren.”
Auf die gesperrten Sätze lege ich grossen Wert. Ich kann nach meinen letzten Erfahrungen diese Tatsachen nur bestätigen. Die Kranken empfinden die kriminellen und sexuellen Komplexe als bewusstseinsfremd, sie fühlen sich dem Unbewussten, dem Anderen gegenüber „fremd”. Das Gefühl des Fremden drückt also die Differenzierung des Bewussten und Verdrängten aus.