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Sadger hat einmal in dem Gaupp'schen „Centralblatt für Nervenheilkunde” frisch-fromm-frei ausgesprochen und diesen Ausspruch in der „Imago” — 1. (2) 1912 — wiederholt, wenn ein sonst ganz intelligenter Mann von der menschlichen Psyche gar nichts verstehe, sei er sicher Psychologe von Beruf oder — Psychiater. Das ist ja sehr hübsch gesagt, nur dass Sadger. zu diesem Ausspruch nur kommen konnte, indem er Bemühungen durchaus differenter Art zusammenwarf. Jaspers1) hat kürzlich sich über diese Dinge prinzipiell und sehr klar ausgesprochen. Er sagt, wir können Zusammenhängein die sinnlich wahrgenommenen Fakten bringen durch Erklärungen, durch kausales Denken. „Ähnlich können wir seelische Zustände, seelische Gegebenheiten, Erlebnisse, Bewusstseinsweisen als solche (z. B. Vorstellungen, Gedanken, Gefühle, Pseudohalluzinationen, wahnhafte Ideen, Triebregungen usw.) uns anschaulich vergegenwärtigen und beschreiben. Wir können zweitens seelische Zusammenhänge verstehen; wie Seelisches aus Seelischem hervorgeht, wie Handlungen aus Motiven entspringen, wie Stimmungen und Affekte aus Situationen und Erlebnissen hervorgehen. Der sinnlichen Wahrnehmung steht die anschauliche Vergegenwärtigung von Seelischem, der kausalen Erklärung das psychologische Verstehen gegenüber.” Dies psychologische Verstehen allein konnte Sadger im Auge haben, wenn er behauptete, der Psycholog von Beruf und der Psychiater sei psychologisch impotent. Jaspers nun stellt der verstehenden Psychologie die Leistungspsychologie gegenüber, die gar nichts verstehen will, der aus der Physiologie entwickelten objektiven Psychologie die subjektive, welche teils verstehen will, teils rein phänomelogisch bleibt. „Wie falsch es ist, sagt er, dass manche Geisteswissenschaftler die Leistungspsychologie an sich verachten, ebenso falsch ist es, dass naturwissenschaftlich gerichtete, nur Sinnliches, nur Experiment und Statistik anerkennende Forscher die verstehende Psychologie verachten. Die Forschungsrichtungen verfolgen