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Eine genaue Begriffsbestimmung des Wortes Psychotherapie zu geben sowie die Grenzen ihrer Anwendung festzustellen, stösst auf gar nicht wenige Schwierigkeiten. Soll man unter Psychotherapie alle jene Mittel, durch welche man auf die Seele eines Kranken einwirken kann, verstehen, so umfasst dieser Begriff alle Formen sowohl der bewussten wie unbewussten Suggestion, im hypnotischen wie im Wachzustande, ferner direkte und indirekte Suggestion, Autosuggestion, und zuletzt die Beeinflussung des Kranken durch die Überredung, das Heilen vermittels Psychoanalyse. Es wird öfters auf den Umstand hingewiesen, die Psychotherapie sei so alt wie die ganze Medizin und, in der Tat, wenn wir jenen Einfluss in Erwägung ziehen, welchen der Arzt, oft unwillkürlich und unbewusst, auf den Kranken ausübt, so verlieren sich die Anfänge der Psychotherapie im Dunkel der Zeiten.
Die ersten, die methodisch die Psychotherapie geübt haben, obwohl sie nicht immer eine klare Erklärung für die von ihnen gehandhabten Massnahmen geben konnten, waren die Hypnotiseure am Ende des XVIII. und in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts. Ihre Arbeiten, die zum Gegenstande die Probleme des Hypnotismus, der Suggestion und des Unbewussten hatten, zwangen die Ärzte, ihre Aufmerksamkeit den Fragen der psychischen Heilmethoden zuzuwenden. Die Resultate, die durch den Hypnotismus erzielt wurden und die gezeigt haben, dass der Heilerfolg nicht im hypnotischen Schlaf, nur in der Suggestion, welche während der Versetzung in den hypnotischen Zustand stattfindet, zu suchen ist, drängten spätere Forscher zu Versuchen, einen therapeutischen Erfolg zu erzielen, ohne zum Mittel des hypnotischen Schlafes zu greifen, nur einzig und allein durch die Suggestion, welche im gewöhnlichen Wachzustande zustande kam [suggestion à l'état de veille]. Noch einen Schritt vorwärts in dieser Richtung und wir kommen von dieser Suggestion in Form eines Auftrages oder einer Bekräftigung zu jener der Überzeugung und Überlegung, deren systemat