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Es ist nicht reine Neigung, was mich zur Behandlung eines derartigen historisch-philosophischen, halb scholastischen Themas treibt. Die eigentlichen Leistungen der Wissenschaft entstehen auf einem anderen Gebiet. Es ist dem Fleischer herzlich gleichgültig, ob das Kalb, das er schlachtet und zerlegt, Kalb oder irgendwie anders heisst; und in Wahrheit machen nicht die Menschen die Sprache. Trotz der souveränen Geste, mit der sie mit ihr umzugehen scheinen, wählt sich die Sprache die Worte, die ihr genehm sind, selbst und spottet aller Diskussionen, ob dieser Ausdruck oder jener vorzuziehen sei. Was aber die Methodologie betrifft, diese subtilen Erörterungen, die scheinbar mit solcher Sicherheit den Weg zeigen, auf dem man die Wahrheit unweigerlich finden müsste, so zeigt sich leider immer wieder, dass es damit ist, wie mit einer Inschrift, die man nur entziffern kann, wenn man ihren Inhalt schon kennt: Hat man den rechten Weg noch nicht, dann geht auch die methologische Auseinandersetzung meist in die Irre, und hat man ihn schon, nun dann mag der Nachweis, inwiefern die Methode des Forschers früher eine verfehlte war und das Richtige daher nicht finden liess, inwiefern dagegen jetzt die richtige Methode zum Ziele bringen musste, eine gewisse Befriedigung erzeugen. Es hiesse aber sich Illusionen hingeben, wenn man nicht einsehen wollte, dass man damit nur die Konsequenzen aus bestimmten Errungenschaften der Wissenschaft gezogen habe, und glaubte, wirklich neue hinzugefügt zu haben. Und doch, auch diese — methodologische — Erkenntnis bleibt unfruchtbar. Mag man die Überflüssigkeit der Erörterungen darüber, wie etwas gesagt werden soll, nicht was gesagt werden soll noch so gut eingesehen haben, man kommt unter Umständen ohne sie nicht aus. Hier ist ein solcher Fall.
Freud und, was man im weitesten Sinne als seine Schule zu bezeichnen gewohnt ist, sprachen von „Psychoanalyse”, trieben „Psychoanalyse”. Nun hat Alfred Adler in den Untertitel seines neuen, hoch-bedeutsamen Bu